Anti-AfD-Proteste: „Die Partei ist bekannt dafür, über Leichen gehen zu wollen!“

13.12.2020

Pressemitteilung Aufstehen gegen Rassismus Essen, 13.12.2020

Anti-AfD-Proteste: „Die Partei ist bekannt dafür, über Leichen gehen zu wollen!“

Lautstarke Proteste von Aufstehen gegen Rassismus haben die gestrige Mahnwache der AfD in der Essener Innenstadt begleitet. Zu den Protesten kamen dreimal so viele Menschen. Ein Pfleger berichtete über die aktuelle Lage am Uniklinikum.

Rund 70 Menschen beteiligten sich am Samstagvormittag an den Protesten gegen die AfD. Die Rechtsaußenpartei hatte kurzfristig bekanntgegeben, eine „Mahnwache“ zu veranstalten. Ziel war die Stimmungmache gegen die Corona-Maßnahmen unter dem Deckmantel von „mehr Menschlichkeit“. Dem Aufruf der AfD folgten dagegen nur rund 25 Personen. Diese standen fernab der Öffentlichkeit und konnten ihre Versammlung nicht ungestört abhalten.

„Die AfD ist nicht die Partei der Menschlichkeit, die sie gerne vorgibt zu sein. Ganz im Gegenteil! Sie ist die Partei, die bekannt dafür ist über Leichen gehen zu wollen!“, erklärt Sara Fischer im Redebeitrag für Aufstehen gegen Rassismus. „Die AfD ist eine Partei, die seit Jahren und permanent gegen Geflüchtete, Andersdenkende, Jüd:innen und Muslim:innen hetzt, Menschen erschießen oder vergasen will. Die AfD ist eine Partei, die sich nun als politische Speerspitze einer neuen rechten Straßenbewegung inszenieren will und durch ihre Corona-Politik die eigene Oma ins Grab katapultiert. Ihr da hinten, schämt euch das Wort Menschlichkeit auch nur in den Mund zu nehmen!“

Im weiteren Verlauf der Proteste sprach Till Gebhard, Pfleger am Universitätsklinikum Essen. Er schilderte einerseits die Situation der Menschen, die COVID-positiv im Krankenhaus liegen, andererseits auch die der Pflegerinnen und Pfleger. „Der Staat ist in der Mitschuld. Uns wurde was versprochen, für uns wurde geklatscht, es hat sich nichts geändert“. Er kritisierte in seiner Rede unter anderem den Mangel an Pflegepersonal sowie die fehlende Einarbeitung des Personals, das oftmals zuvor gar nicht mit Erkrankungen der Atemwege zu tun hatte.

In einem weiteren Redebeitrag berichtete der neue Fraktionsvorsitzende der Essener Linken im Stadtrat, Daniel Kerekes, wie die Zusammenarbeit verschiedener Fraktionen die AfD trotz ihres neuen Fraktionsstatus weitestgehend aus Ausschüssen, Beiräten und Aufsichtsräten raushalten konnte. Er forderte einen bundesweiten Konsens über einen Ausschluss jeglicher Zusammenarbeit mit der AfD. „Wir stimmen nicht für Ihre Anträge, wir stimmen nicht für ihre Anfragen, wir arbeiten nicht zusammen.“ Er appellierte insbesondere an die CDU nicht auf die Erpressungsversuche der AfD einzugehen.

Aufstehen gegen Rassismus Essen ist zufrieden mit dem Verlauf der Proteste. Die Teilnehmenden hielten sich sehr zuverlässig an die Sicherheitsabstände und trugen Masken. Die Versammlung der AfD konnte nicht wie geplant über die Bühne gehen. Alles in allem ein voller Erfolg. Wir werden die Rassisten der AfD auch im nächsten Jahr wegbassen.

Die Redebeiträge gibt es in voller Länge bei YouTube:

Redebeitrag AgR: „Die AfD ist bekannt dafür, über Leichen gehen zu wollen!“ | Rede AgR 12.12.2020 in Essen - YouTube

Redebeitrag Pfleger: Pfleger berichtet über Covid-Situation | Proteste gegen die AfD in Essen am 12.12.2020 - YouTube

Redebeitrag Kommunalpolitik: Wie die Essener Lokalpolitik die AfD ausgrenzt | Rede Daniel Kerekes 12.12.2020 - YouTube

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