400 Antifaschist:innen gegen „Steeler Jungs“

09.01.2020

Pressemitteilung Aufstehen gegen Rassismus Essen, 09.01.2020

400 Antifaschist:innen gegen „Steeler Jungs“

Am heutigen Donnerstag haben rund 400 Menschen gegen die sogenannten „Steeler Jungs“ demonstriert. Bereits die zweite Woche in Folge konnte somit der Aufmarsch der rechten Gruppierung aktiv verhindert werden.

Nach der erfolgreichen Demo des Bündnisses „Mut machen – Steele bleibt bunt“ vom verangenen Donnerstag, fand auch heute wieder eine antirassistische Demonstration auf der ehemaligen Route der sogenannten „Steeler Jungs“ statt, diesmal angemeldet vom lokalen Ableger des bundesweit aktiven Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“. Das erfolgreiche Verhindern des Naziaufmarschs konnte also wiederholt werden.

Am Mittwochabend wurden die Veranstalter von „Aufstehen gegen Rassismus“ von einer Ordnungsverfügung des Polizeipräsidiums überrascht, die das Fotografieren auf der Versammlung beschränken sollte. Darauf wurde umgehend mit einem Eilantrag vor dem Verrwaltungsgericht Gelsenkirchen reagiert. Das Verwaltungsgericht war jedoch nicht in der Lage, innerhalb weniger Stunden zu einem Urteil zu kommen.

Das Durchsetzen der Verfügung durch die Polizei führte dazu, dass Vertreter:innen der Presse teils mehrfach nach ihren Presseausweisen gefragt wurden und so teils bei ihrer Arbeit behindert wurden. Währenddessen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo von offensichtlichen Gegendemonstranten ungehindert aus unmittelbarer Nähe fotografiert und gefilmt.

Aufstehen gegen Rassismus Essen erklärt:

„Wir sind überwältigt, dass zwei Wochen in Folge so viele Menschen in Steele für eine offene solidarische Gesellschaft, frei von Rassismus demonstriert haben. Mit rund 400 Personen haben wir heute ein lautstarkes, kämpferisches Signal in den Stadtteil gesendet. Die Verfügung der Polizei ist ein Skandal. Während Portrait-Fotos unserer Aktiven und von Menschen, die in Steele wohnen und sich gegen die sogenannten ‚Steeler Jungs‘ engagieren seit Monaten permanent von Nazi-Fotografen unter den Augen der Beamten abgelichtet werden, wird der Gegenprotest mit einer solch in Essen bisher einmaligen Auflage belegt. Wir prüfen aktuell weitere rechtliche Schritte gegen den Bescheid des Polizeipräsidiums.“

In Redebeiträgen wurde einerseits der Erfolg gefeiert, dass die „Steeler Jungs“ im neuen Jahrzehnt noch nicht gelaufen sind. Andererseits wurde der Auflagenbescheid von unterschiedlichen Seiten scharf kritisiert, auch durch den „Essen stellt sich quer“-Sprecher Christian Baumann. Die Darstellung der Polizei, dass in den sozialen Medien auf den Profilen der Bündnisse „Mut machen – Steele bleibt bunt“ und „Aufstehen gegen Rassismus Essen“ Portraitaufnahmen von Teilnehmer:innen der „Steeler Jungs“-Aufmärsche veröffentlicht worden wären, wurde in aller Deutlichkeit als „unwahre Tatsachenbehauptung“ zurückgewiesen.

Auch in der nächsten Woche soll es nach dem Motto „Holen wir uns die Straßen zurück!“ mit den antirassistischen Demos weitergehen. „Aufstehen gegen Rassismus“ hat wieder eine Versammlung auf der ehemaligen Route der „Steeler Jungs“ angemeldet.