Aufklärung gefordert – Warum musste Mikael sterben?

26.04.2019

Pressemitteilung Aufstehen gegen Rassismus Essen, 26.04.2019

Aufklärung gefordert

Warum musste Mikael sterben?

Aufstehen gegen Rassismus ruft zur Teilnahme an Kundgebung auf

In diesem Jahr erinnern Aktivistinnen und Aktivisten gemeinsam mit Freunden und Angehörigen an den gewaltsamen Tod des jungen Mikael Haile. Sie erneuern ihre Forderungen nach Ermittlungen und gedenken öffentlich dem Verstorbenen. Vor zwei Jahren wurde der Eritreer Mikael Haile (22) bei einem Polizeieinsatz wegen angeblicher Ruhestörung in seiner damaligen Wohnung im Essener Stadtteil Altenessen erschossen.

Die Familie und sein näheres Umfeld sind bis heute bestürzt. Mikael Haile galt als zurückhaltend und ruhige Person. Die genauen Umstände, die zu dem tödlichen Schuss ins Herz führten sind bis heute völlig unklar. Wieso hatte der Polizist keine Alternative, als einen Todesschuss abzufeuern?
M. Haile war mit 19 Jahren aus Eritrea geflohen. Er sprach nur wenig Deutsch und lebte sehr zurückgezogen.

In Eritrea, das bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts eine italienische und britische Kolonie war, herrscht heute ein Despot. Menschenrechte sind in dem afrikanischen Staat nicht gewährleistet. Tausende junge Menschen verlassen jährlich das Land aus politischen Gründen. Dass M. Haile einen gewaltsamen Tod gestorben ist, in dem Land, in dem er Schutz vor Verfolgung und Gewalt suchte, ist für Freunde und Familie besonders erschütternd.
Sie prangern ebenso die fehlenden genauen Ermittlungen der Umstände durch die örtlichen Polizeibehörden an, wie auch die geringe Aufmerksamkeit für den Fall.

Als am 6. Mai 2016 mit einer Kundgebung die Aufklärung und Berichterstattung öffentlich eingefordert wurde, sahen sich die damals demonstrierenden Freunde und Verwandten einer polizeilichen Schikane ausgesetzt und auch eine mediale Resonanz blieb aus.
Die fehlende Bereitschaft zur vollständigen Aufklärung des Falles ist Anlass, mindestens ein rassistisches Desinteresse am Opfer und seiner Familie zu vermuten.

Aufstehen gegen Rassismus Essen lädt als Veranstalter am kommenden Samstag, dem 27.4.2019 auf dem Willy Brandt Platz um 14:00 Uhr zur Kundgebung ein.